Achtung: Wir arbeiten zur Zeit aus dem Home Office und sind daher nur per E-Mail und nicht per Telefon zu erreichen. Wir bitten um Verständnis.

Kanada

Kanada ist mit fast 10 Millionen km² Fläche nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Fast 9.000 km Grenze verbinden es mit den USA, und mit knapp 250.000 km hat Kanada die längste Küstenlinie der Welt.

Geographisch hat das Land alles aufzuweisen, was man sich denken kann, von arktischen Landstrichen, Mittelgebirgen und Rockies über Prärien und Tundra bis zu 2 Millionen Seen, riesigen Wäldern, Fjorden und Vulkanen. Klimatisch ist das Land ebenfalls sehr divers vom maritim-feuchten Klima des Nordwestens über die trockenen Prärieprovinzen bis zum mäßigen Klima des Südostens. Kennzeichnend sind fast überall kurze, heiße Sommer und lange (sehr) kalte Winterperioden.

Kanada ist ein Einwanderungsland. Die größten Einwanderungsgruppen kommen traditionell aus West- und Osteuropa. In den vergangenen Jahrzehnten ist vor allem die Einwanderung aus Fernost (China und Japan) stetig gewachsen; aber auch aus Deutschland wandern immer mehr Menschen dorthin aus, so dass derzeit die Deutschkanadier nach den britisch-irischen und den Frankokanadiern die drittgrößte Bevölkerungsgruppe bilden. Etwa 1 Million der 33 Millionen Kanadier gehören zu den „indigenen“ Ureinwohnern der „First Nations“ und Inuit (Eskimos). Fast vier Fünftel der Kanadier leben in den Städten. Die meisten in Toronto, Montreal, Ottawa und Vancouver. Weite Teile des Nordens sind nahezu unbesiedelt. Ca. 70% der Kanadier sprechen Englisch; ca. 25% Französisch – meist in der Provinz Quebec. Das an Sprachinstituten gelehrte Englisch ist stark an britischem Englisch orientiert, und auch das Alltagsenglisch ist (leicht verfremdet) britisch. Das kanadische Französisch ist vor allem in der Alltagssprache deutlich vom europäischen Französisch unterschieden in Aussprache, Lexik und Grammatik.

Kanada gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt mit einem großen Reichtum an natürlichen Ressourcen. Es produziert riesige Überschüsse für den Export in der Landwirtschaft, aber auch die technischen Industrien besonders in Ontario und Quebec sind sehr leistungsstark. Kanada folgt wie Deutschland dem Leitbild einer sozialen Marktwirtschaft und verfügt seit langem über ein Mindestlohngesetz.Der weitaus größte Beschäftigungssektor ist Dienstleistungen und Finanzen mit über zwei Dritteln Anteil am Bruttoinlandsprodukt, gefolgt von Industrie und Land-/Forstwirtschaft.

Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist für Nicht-Kanadier von 18 bis 35 seit 2010 durch das Programmpaket „International Experience Canada“ (IEC) geregelt, das Jahr für Jahr ca. 5.500 – 6.000 Deutsche als Work & Travelers („Working Holiday“), Praktikanten und Trainees für 1 Jahr ohne große Bürokratie ins Land lässt. Besonders die Tourismusindustrie braucht diese „Internationals“, – aber auch die technischen Industrien und die Land- und Forstwirtschaft.

Fast 90% der Deutschen mit IEC-Visum sind in der Kategorie „Working Holiday“ in Kanada unterwegs. Diese Visumskategorie wird wie die anderen auch Ende des Jahres zur Bewerbung freigeschaltet, – und der große „run“ beginnt (first come, first served). Gewöhnlich sind bis zum Ende des Frühjahrs alle Working Holidays vergeben. Praktikanten mit Praktikums-/Arbeitsvertrag sollten daher unbedingt von vornherein die anderen beiden IEC-Visumskategorien „Coop“ (für Studierende) und „Young Professionals“ (für Nicht-Akademiker) nutzen, um nicht in diese „rat race“ zu kommen.

Mit nur knapp über 6% Arbeitslosen und 3% Inflationsrate (2019) hat Kanada eine ausgesprochen florierende Wirtschaft. Der Arbeitsmarkt ist stark tarifgebunden – was auch für Praktikanten gilt, die mit Mindestlohn bezahlt werden müssen, wenn sie nicht unentgeltlich für non-profit Organisationen arbeiten oder im Pflichtpraktikum sind. Der Suche nach Praktikantenplätzen hat das leider nicht geholfen.

Wirtschaftlich-industrielle Zentren sind Toronto, die Hauptstadt Ottawa, Quebec, Montreal und Halifax im Osten, Calgary und Vancouver im Westen. Auch außerhalb der größeren Städte boomen Dienstleistungsindustrie, Forst- und Landwirtschaft. Berühmt für ihre Touristenattraktivität und entsprechende Arbeitsmöglichkeiten sind die Provinzen Ontario und Quebec sowie British Columbia. Ein weiteres großes Feld bietet die Energiewirtschaft in den Provinzen Alberta und Manitoba sowie in den so genannten „Atlantischen Provinzen“. Etwa drei Viertel aller Industriebetriebe liegen in Ontario und Quebec, nicht zuletzt Zweigbetriebe amerikanischer und japanischer Automobilindustrie. Hier ist eine Liste der 60 größten börsennotierten Unternehmen Kanadas.

Die kanadische Bildungslandschaft ist in großen Teilen der amerikanischen sehr ähnlich vor allem auch in der grundsätzlichen Teilung in 2-year Colleges/Community Colleges, deren Schwerpunkt auf der berufsbezogenen Ausbildung liegt, und 4-year Institutions (ca. 100 Universitäten und Colleges) für die „akademische“ Ausbildung.

Angesichts der wesentlich kleineren Bevölkerungszahl von ca. 33 Millionen Einwohnern (bei größerer Flächenausdehnung als die USA) ist das Bildungssystem natürlich erheblich kleiner als das der USA, hat aber die Besonderheit, dass neben den knapp 80 englischsprachigen Universitäten in der Provinz Quebec 15 französischsprachige Hochschulen und 5 zweisprachige als Bildungsangebot für die 9 Millionen frankophonen Kanadier existieren. Das Sekundar- und Hochschulsystem gehört zu den weltweit solidesten.

Die Zahl der deutschen Studierenden an kanadischen Hochschulen liegt seit einigen Jahren ziemlich konstant zwischen 1.000 und 1.500. Vollzeit-Studierenden, die länger als 6 Monate in Kanada studieren, erlaubt ihr „Study Visa“ bis zu 20 Wochenstunden Arbeit neben dem Studium; in den Semesterferien sogar 40 Wochenstunden. Unter 6 Monate Studierende mit Studentenvisum, oder Teilnehmer an kürzeren Englischkursen dürfen keine Arbeit annehmen, auch keine Freiwilligenarbeit.