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Australien

Der fünfte Kontinent mit einer Fläche von knapp 8 Millionen km² ist zwar der kleinste Kontinent, aber auch das sechsgrößte Land der Erde. Mit 24 Millionen Einwohnern hat Australien nur 2 Millionen Einwohner mehr als etwa Rumänien oder Taiwan. Über 60% davon sind christlichen Glaubens; ein Viertel ist konfessionslos; der kleine Rest ist muslimisch, hinduistisch oder buddhistisch. Ca. 90% der Einwohner sind europäischer Abstammung (davon ca. 1 Million deutscher Abstammung); 7% asiatisch. Nur 2% sind noch Nachkommen der Ureinwohner („Aborigines“). Englisch ist die Muttersprache von gut 80% der Bevölkerung. Australisches Englisch erkennt man leicht an seinen langgezogenen und „breit“ gequetschten Vokalen. Es hat keinen Rhotizismus (es fehlt also das amerikanische betonte R am Wortende) und verfügt über einen reichen eigenen Wortschatz. Neben der starken deutschen Einwanderergruppe finden sich große Gruppen italienischer, serbo-kroatischer, griechischer, spanischer, chinesischer und japanischer Muttersprachler. Die zahlreichen, zumeist privaten Sprachschulen des Landes unterrichten ein eng an den britischen Standard angelehntes Englisch.

Geographisch gesehen gehört Australien zu den flachsten Ländern der Welt mit riesigen, menschenleeren Wüstengebieten in der Mitte und im Westen. Dicht besiedelt sind die Küstengebiete im Südwesten mit dem Ballungsraum um Perth (Western Australia), sowie im Süden und im teils gebirgigen Osten (mit den großen Städten Adelaide und Melbourne, Sydney und Brisbane) bis zur Dschungelvegetation im Norden und der kleinen „Großstadt“ Darwin. Fast 90% der Australier leben in den Städten. Das wenig besiedelte Hinterland der stark besiedelten Landstreifen wird als „Bush“, „Outback“ oder „Backwoods“ bezeichnet, auch wenn die Vegetation dort häufig nichts mit Wäldern zu tun hat. Meist wird dieses Land zur Weidewirtschaft, zum „Ranching“ benutzt. Da der Kontinent auf der südlichen Erd-Halbkugel liegt, sind die Jahreszeiten anders gelagert als in Europa: Der Frühling liegt von September bis November, Sommer (es kann sehr heiß werden !) von Dezember bis Februar; der Herbst dauert von März bis Mai, und der Winter von Juni bis August. Klimatisch gesehen ist besonders der Südwesten am ehesten europäischem Klima vergleichbar.

Die europäische Besiedlung Australiens begann durch das britische Empire im späten 18. Jahrhundert als Strafkolonie, nachdem die USA ihre Unabhängigkeit von Großbritannien erkämpft hatten und als Aufnahmeland für britische Sträflinge nicht mehr in Frage kamen. Bis ca. 1850 wurden ca. 160.000 Häftlinge in sechs neuen Kolonien angesiedelt. Die einheimische Bevölkerung, die „Aborigines“, wurde verdrängt und systematisch ausgerottet. Viele starben auch durch eingeschleppte Krankheiten. Ein starkes Echo hat allerdings ihre besondere mystische Natur-Kultur bis in die heutige Kunstszene hinterlassen.

Ein großer Goldrausch zog ab 1850 Hunderdtausende ins Land. Der Status als Strafkolonieland war nicht länger aufrecht zu erhalten, so dass sich Australien 1901 als Staat aus 6 Kolonien zur föderativen Nation nach dem Modell Großbritanniens als parlamentarische konstitutionelle Monarchie mit der britischen Krone als nominellem Staatsoberhaupt (vertreten durch einen Generalgouverneur) zusammenschloss. Die Lösung von Großbritannien wurde zuletzt in einer Volksabstimmung von 1999 abgelehnt. Als Hauptstadt wurde ab 1913 die Stadt Canberra im Inland zwischen Melbourne und Sydney als Planstadt mit einem eigenen kleinen Bundesstaat ähnlich Washington D.C. aus dem Boden gestampft (heute ca. 400.000 Einwohner). In den beiden Weltkriegen stand Australien wie Neuseeland an der Seite Großbritanniens. Das spektakuläre ANZAC Memorial (Australian and New Zealand Army Corps) in Sydney erinnert daran.

Die Wirtschaft Australiens ist zu etwa 65% auf Dienstleistungen ausgerichtet, - vor allem in den Bereichen Finanzen und Immobilien. Gut 10% entfallen auf den Sektor Bergbau (meist Tagebau in Western Australia und South Australia) mit Kohle, Eisenerz, Gold, Edelsteinen, Uran, Erdgas und Öl; 2-3% auf die Landwirtschaft. Beide Sektoren sind die stärksten Exportschlager Australiens, das dabei aber auch empfindlich abhängig vom Weltmarkt ist. Stärkste Handelspartner sind asiatische Staaten (China, Japan, Südkorea), die Europäischen Union und die USA. Der Weinbau Australiens (zahlreiche deutschstämmige Winzer) vor allem in South Australia, Victoria und Western Australia ist vor allem in den letzten Jahrzehnten zu einem starken Industrie- (und Tourismus-) zweig für den Export herangewachsen. Ca. 10 Millionen Touristen aus Asien, USA und Europa schaffen ca. 500.000 Arbeitsplätze. 40% aller Touristen sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. Fast 20.000 von ihnen sind Deutsche (vor allem Abiturienten), die das Abenteuervisum „Working Holiday“ mit der Möglichkeit, sich sein Reisegeld durch Gelegenheitsjobs während der Reise zu verdienen, jährlich auf den „Work & Travel“- Treck entlang der Ostküste zwischen Melbourne und der Gold Coast von Hostel zu Hostel zieht. Praktikanten nutzen dasselbe Visum meist ebenfalls als flexibelste Möglichkeit, stellen aber nur einen kleinen Prozentsatz der ausländischen Arbeitnehmer. Immerhin gut 300 Töchter deutscher Unternehmen betreiben ca. 650 Betriebsstätten mit etwa 100.000 Arbeitnehmern in Australien, – gute Anlaufaddressen für Praktikasuchende vor allem im Export, im Maschinenbau sowie in der chemischen, pharmazeutischen, elektrotechnischen und Kunstoffindustrie.

Das Bildungssystem Australiens ist dem britischen System nachgebildet. Es hat einen ausgezeichneten Ruf (die PISA-Studien platzieren australische Schüler stets im oberen Drittel), ist jedoch aufgrund seiner Studiengebühren auch für öffentliche Schulen und Hochschulen (37 öffentliche und 2 private) trotz vieler Stipendienmöglichkeiten (nur für Einheimische !) etwa so teuer wie das amerikanische. Das System arbeitet allerdings mit „nachgelagerten Gebühren“, d.h. die Studiengebühren werden erst nach dem Examen ab dem ersten Lohn/Gehalt zurückgezahlt. Speziell für die sehr gut aufgestellte Berufsausbildung eingerichtet sind die 60 TAFE (Technical & Further Education Schools; unseren Berufsfachschulen vergleichbar) mit über 300 Einrichtungen auf dem ganzen Kontinent.