Erfahrungsberichte für Praktikumsprogramme

Praktikum in Florida bei Venus Fashion

Mir hat die Zusammenarbeit mit CollegeCouncil sehr gut gefallen. Ich bin mehr als dankbar, eine Agentur als Unterstützung an meiner Seite gehabt zu haben. Besonders in der Hinsicht, dass man als Ausreisende oftmals gewisse Bedenken hat. Ganz besonders bezogen auf die Einreise nach Amerika. Dank der Hilfe von CollegeCouncil musste ich mir hier jedoch keine Gedanken machen. Auch als am Flughafen einige Dinge aufgrund meines Visums nicht richtig abliefen, konnte ich auf die Unterstützung von CollegeCouncil zählen. Was mir persönlich besonders gut gefallen hat, ist dass man sowohl vor, während, als auch nach dem Auslandsaufenthalt von ihnen begleitet wird.

Ich studiere Mode- und Designmanagement an der amd (Akademie Mode und Design) in Hamburg. Teil dieses Studiums ist ein Praktikumssemester. Da ich auf eine bilinguale Schule gegangen bin und auch nach dem Abitur als Au Pair in Australien gelebt habe, stand fest, dass ich meine Englischkenntnisse gerne weiter vertiefen möchte. Schon immer habe ich die Neugier in mir gehabt zu sehen, wie Unternehmen im Ausland fungieren und nachzuvollziehen, wie – vor dem Hintergrund der interkulturellen Kommunikation - Arbeitsprozesse ablaufen.

Glücklicherweise habe ich mich mit meinem Studium für eine Branche entschieden, in der bereits viele Familienmitglieder und Bekannte aus meinem Umfeld arbeiten. Somit kam mein Patenonkel auf mich zu und stellte für mich den Kontakt nach Amerika zu Venus Fashion her. Meine Bewerbung musste ich natürlich trotzdem gerecht der Anforderungen eines jeden Arbeitgebers einreichen.

Venus Fashion wurde 1984 in Jacksonville, Florida gegründet und konzentrierte sich zu jenen Zeiten auf Swimwear. Mittlerweile gibt es eine ganze Fashionwear Abteilung in Boca Raton (Palm Beach County), Florida.

Nachdem die Zusage kam, habe ich mich bewusst für CollegeCouncil als helfende Hand entschieden. Dass die Organisation eines Visums für die USA umfangreich ist, war mir bewusst. Deshalb war ich umso glücklicher, eine Agentur an meiner Seite gefunden zu haben, die mich durch alle Prozesse begleitet hat und mir bei Fragen zur Verfügung stand. Als Ausreisende hat man natürlich immer gewisse Bedenken, die einem aber durch die perfekte Organisation vorab erspart bleiben. Von meinem zukünftigen Arbeitgeber in Amerika hatte ich den Eindruck gewonnen, dass er eher kurzfristig strukturiert war. Umso beruhigender also, dass sich mein Supervisor mit dem Unternehmen in Verbindung gesetzt hat und alle offiziellen Vereinbarungen für mich getroffen hat.

Das Unternehmen kooperiert u.a. mit Bonprix in Hamburg. Demnach hat Venus bereits einige Male Mitarbeiter aus Deutschland bei sich aufgenommen. Ein kleines Apartment wurde mir zur Verfügung gestellt. Um die Anreise habe ich mich selbst gekümmert.

Für mich war spannend einen allgemeinen Eindruck der Abläufe innerhalb eines Modeunternehmens, speziell in Amerika, zu gewinnen. Somit einigte ich mich mit Venus darauf, dass ich alle Bereiche des Unternehmens innerhalb von 3 Monaten durchlaufe. Ich habe viele Tätigkeiten im Sourcing-, Merchandise- und Qualitätsmanagement-Team verbracht, was mir ein grundlegendes Wissen über alle Abläufe in einem Modeunternehmen verschaffen hat. Das bezieht sich auf die Ideenfindung, die Produktentwicklung, das Fitting, den Einkauf bis hin zur Vermarktung und der Auswertung der Klamotte. Das Unternehmen war äußerst bemüht, mich in alle Bereiche einzubinden. Ich habe sogar unser Lagerhaus außerhalb der Stadt sehen dürfen, meine eigene Swimwear Kollektion kreieren und entwickeln können, Trendreports erarbeiten dürfen, bei Produktentwicklungen und späteren Shootings meine Kreativität einfließen lassen und an Messen teilnehmen können.

An manchen Stellen hätte ich mir einen geregelteren Ablauf gewünscht, das heißt eine genauere Definition meiner Haupttätigkeit gehabt. Anstatt richtig eingearbeitet zu werden, habe ich viel mehr als Beobachter fungiert, was mir jedoch ein Gefühl für fachliche und organisatorische Aspekte bei Venus verschaffen hat.

Zwischenmenschlich habe ich die Kollegen als äußerst aufgeschlossen und bemüht wahrgenommen. Die Amerikaner erschienen mir allgemein sehr aufgeschlossen und fröhlich. Für meine persönliche Erfahrung war es toll zu erleben, wie die Amerikanische Arbeitskultur funktioniert.

Ich würde jedem, der die Chance auf ein Praktikum in Amerika hat, empfehlen diese auch zu nutzen. Für mich persönlich war es eine große Herausforderung, an der ich gewachsen und gestärkt zurück nach Deutschland gekommen bin.

Kim Konjer
Praktikum über College Council bei Venus Fashion
in Florida, USA

Praktikum am Institute for Policy Studies (IPS),
Global Economy Project, Washington DC

Das IPS ist eins der ältesten und renommiertesten think tanks in Washington DC. Während meines 3-monatigen Praktikums wurde mir ein tiefer Einblick in die Arbeitsweise und Funktion dieser nichtstaatlichen Organisation ermöglicht. Hauptsächlich war ich in dem Global Economy Project beschäftigt, dessen Schwerpunkt es ist, Alternativen zur wirtschaftlichen Globalisierung aufzuzeigen. Meine vorab mit meinem Supervisor abgeklärten und in meinem Trainingsplan festgelegten Lernziele waren folgende:

„Learn how to conduct research and education work on policy issues related to economic globalization. Gain an understanding of how US-based civil society groups work to influence government policies and public opinion. The trainee will also assist the supervisor in researching the impact of corporate concentration on labor and the environment around the world to develop educational materials based on this research. The trainee will participate in strategy meetings among Civil Society Organizations as well as meetings with representatives of the US government. She will help in the development and execution of media strategies”

Mein Supervisor war sehr bemüht, dass ich genannte Ziele im vollen Umfang erreichen konnte. Folgendes waren die Schwerpunkte meines Praktikums:

  • Entschuldung der Entwicklungsländer: Dabei habe ich unter anderem für die Publikation eines Reports („the Debt Boomerang“) Recherche betrieben und an Veranstaltungen mit NGO-Vertretern teilgenommen.
  • WTO, insbesondere Multifaserabkommen und GATS: Neben Recherchearbeiten habe ich an verschiedenen Meetings eines großen NGO-Netzwerks zu trade and migration teilgenommen. Dort konnte ich neben Netzwerkarbeit zwischen NGOs auch konkrete Lobbyarbeit für die WTO Konferenz mitverfolgen.
  • Corporate Social Responsibility: In diesem Themenfeld hatte ich die Gelegenheit, Diskurse anderer think tanks (z.B. The Brookings Institution) mitzuverfolgen.
  • Die meiste Zeit meines Praktikums beschäftigte ich mich mit der Wal-Mart Kampagne. Unter anderem habe ich viel Recherchearbeit zu Wal-Mart und NGOs, die sich mit diesem Unternehmen beschäftigen, betrieben, an mehreren Kampagnentreffen teilgenommen und 16 Interviews über die Kampagne mit NGO-Vertretern geführt. Diese Interviews waren die Basis eines Papers von mir über „coalition formation“, welches an viele an der Kampagne beteiligten NGOs verschickt wurde. Außerdem sind sie auch Basis meiner Diplomarbeit zum Thema corporate accountability movement USA-Deutschland im Vergleich mit der Fragestellung: „Wie versuchen Bewegungsgruppen soziale Verantwortung in Unternehmen zu bringen." Darüber hinaus habe ich mich aktiv an der Wal-Mart Aktionswoche beteiligt, an Demonstrationen, Filmvorführungen und Debatten teilgenommen und Kontakte zu Deutschen NGO- und Gewerkschaftsvertretern hergestellt.

Insgesamt habe ich sehr viel über die Arbeitsweise eines think tanks gelernt und war dabei insbesondere von der Mischung aus Wissenschaft, Lobbying und öffentlichkeitswirksamen Aktionen beeindruckt. Ich habe ebenfalls einen tiefen Einblick in campaigning und die Probleme der Corporate Accountability Bewegung sowie des „progressive movement“ im allgemeinen gewonnen, sowie viel hinzugelernt in amerikanischen Umgangsweisen und Netzwerkstrategien. Meine Erwartungen an das Praktikum wurden mehr als erfüllt und von einer angenehmen, offenen Arbeitsatmosphäre und guter Betreuung ergänzt.

Sabrina Zajak
Praktikum über College Council
am Institute for Policy Studies, Global Economy Project, Washington DC

USA: Ein unvergessliches Praktikum

Vor der Abreise

Ich weiß noch genau, wie ich am Flughafen in Stuttgart stand. Noch hatte ich sehr gemischte Gefühle. Wie wird der Aufenthalt in einem völlig fremden Land und einer anderen Kultur? Werde ich im Praktikum mit der Sprache zurechtkommen? Wie wird das Leben in diesem mir unbekannten Land sein? Fragen über Fragen…

Ankunft in der neuen Umgebung

In Greenville (South Carolina) angekommen war ich sehr nervös. Ich kannte meine neue Vermieterin und meinen neuen Mitbewohner nur durch E-Mail-Kontakt. Also war ich sehr gespannt was mich so alles erwarten würde. Wenn ich jetzt daran denke, muss ich lachen. Für mich sind die Menschen, die mich damals begrüßt haben, nicht mehr fremd und ich kann kaum noch verstehen, wieso ich eine solche Scheu hatte. Aber damals war es einfach nur aufregend. Die Begrüßung war aber so herzlich, dass Nervosität und Scheu sehr schnell verflogen waren.

Die ersten Erfahrungen

Die ersten Wochen waren überwältigend. Anfangs musste ich alles kennen lernen und ausprobieren: vom überdimensionalen Kühlschrank, aus dem Eiswürfel auf Knopfdruck kamen, bis zum Wall-Mart-Shopping war alles eine neue Erfahrung für mich. Meine Vermieterin, und auch die Kollegen auf der Arbeit waren sehr hilfsbereit. Sie halfen wo sie nur konnten. Daher fiel mir der Anfang und die Umstellung auch nicht sehr schwer.

Praktikumsbeginn

Über das Praktikum bei Chassis Systems Duncan war ich vom ersten Tag an ziemlich begeistert. Es ist ganz anders als hier in Deutschland und gerade deswegen hat es mich so beeindruckt. Die Dinge anders sehen zu können und zu akzeptieren ist ohnehin das Wichtigste bei einem solchen Vorhaben. Man muss sich auf Sachen einlassen können und lernen, dass es nicht nur eine Welt gibt, so wie wir sie kennen.

Die Wochenenden

Die wichtigsten Erfahrungen außerhalb der Arbeit habe ich am Wochenende gesammelt. Mit fünf anderen deutschen Praktikanten ging es so gut wie jedes Wochenende auf Erkundungstour quer durch die USA. Das hat manches Mal sehr viele Nerven gekostet… Fahrten von 2.000-3.000 km an einem Wochenende sind eben nicht immer ganz einfach. Aber ich würde es jederzeit wieder tun. Die gesamte Südostküste war auf unseren „Road Trips“ dabei, und sogar noch mehr (Washington D.C., Formel 1 in Indianapolis und vieles andere).

Der Abschied

Die letzten fünf Tage habe ich damit verbracht, ganz in Ruhe mein Zimmer zu räumen und Dinge einzupacken, die ich auf jeden Fall mit nach Hause nehmen wollte. Am Morgen vor dem Abflug ging es mir gut und ich habe noch gar nicht verstehen können, dass es jetzt zum Ende geht. Am Flughafen fiel mir der Abschied sehr schwer. Etwas mehr als sechs Monate voller Abenteuer, lieber Menschen und Erfahrungen, die ich jetzt erst einmal verarbeiten musste, waren das Beste, was ich jemals in meinem Leben erlebt hatte.

Zurück in Deutschland

Zu Hause angekommen war ich viel zu verwirrt und kaputt, um zu realisieren, dass ich wieder zurück in Deutschland war. In meinem Haus, meinem Zimmer, bei meinen Sachen. Die darauf folgenden Wochen waren lang und anstrengend, denn es war schwer, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Sie konnten nicht wirklich verstehen, was es heißt, solch überwältigende Erfahrungen gemacht zu haben.

Eine große Bereicherung für mein Leben

Alles in einem war das halbe Jahr in den USA wahrscheinlich das Schönste, das ich bisher erlebt hatte. Ich habe so unglaublich viel gelernt und so viel erlebt. Ich habe eine andere Kultur kennen gelernt und festgestellt, wie sehr Deutschland mich geprägt hat. Ich habe gelernt, nicht aufzugeben, so schwer es auch manchmal sein kann. Ich habe meine Wertvorstellungen von vorne bis hinten geändert und sehe das Leben aus einem anderen Winkel. Es war ein unvergessliches Praktikum und eine große Bereicherung für mein Leben. Etwas, das ich zu jeder Zeit, ohne auch nur ein bisschen zu zögern, immer wieder tun würde.

Tobias Pissarczyk
Fachpraktikum über College Council
in South Carolina, USA